
"Alles lief darauf hinaus, dachte sie, dass sie nicht genug tat, um ihm zu gefallen, dass sie nicht gelernt hatte, wie sie sich anstellen sollte, dass sie weder schön, gut, geduldig, schlau, gebildet, fügsam, leidenschaftlich noch mächtig genug war, den Widerstand zu überwinden und seine Liebe zu gewinnen."
Liebe Freundinnen,
frau ist manchmal extrem empfindlich und verletzlich.
Und wenn mann ihr dann noch sagt, was sie wirklich will, ohne es ihr zu geben, sondern nur eingehend beschreibt, das ist dann schon mehr als gemein.
Doch, er hat mich damit gequält, und jetzt lässt er mich wieder schmachten, ist wohl mit seiner "Kollegin" unterwegs. Ich hasse ihn, und wenn er dann anruft, ist die ganze Wut wieder weg - was ist bloss los mit mir?
Und warum schickt er mir einen Link, in dem die nonverbale Kommunikation beim Geschlechtsverkehr haarklein erklärt wird, und sagt mir gleichzeitig, er wolle mich aber ganz bestimmt nicht stöhnen hören? Außerdem solle man /und er hat dabei bestimmt auch frau gemeint) dieses Stöhnen und Seufzen erst mal für sich allein üben, bis es keien besondere Aufmerksamkeit benötigt...
Wenn er bloss gesagt hätte, er will ganz bestimmt nicht mit mir schlafen - damit könnte ich ja noch leben...
Jetzt habe ich während der Nacht zwei Aufsätze geschrieben, die er mir als "Hausaufgabe" gegeben hat - Von den Freuden des Zuhörens" war der erste, das ging ja noch, wenn auch mit bittererem Beigeschmack, weil ich ihn so sehr vermisse, wenn ich nichts von ihm höre.
Dann meinte er noch, ich müsse mich auch in seine Situation versetzen, und hat mir "Von der Lust am Vorlesen" aufgegeben. Hm, jetzt fühl ich mich wie eine Schülerin, die das Urteil, die die Zensur erwartet.
Und so, wie ich das verstanden habe, ist das Vorlesen für ihn durchaus lustvoll, und auch die Reaktionen, die er erhält.
Es kann ja auch sein, dass es für ihn als Profi schon mal zu viel wird; die zahlenden Damen vergessen bestimmt gerne mal ihre "gute Erziehung".
Ich weiß ja auch nicht wirklich, was er denen vorliest, oder ob überhaupt.
Das ist doch paradox: Erst schiebt er mich an, und dann werd ich gebremst.
So ist das: Jetzt übt er sich in Zurückhaltung, ich will vorwärts, aber nicht ohne ihn, und er bevorzugt die Gesellschaft einer Kollegin.
Wenn doch wenigstens mein Macker da wäre - vielleicht könnte ich dem das Vorlesen beibringen? Oder das Schreiben?