Lieb Freundinnen,
bin ich das, oder bin ich das nicht? Ich würde so etwas wie hier in der Überschrift nie twittern, aber Roman hat mich gezwungen - ich nenne das jedenfalls Zwang, auch wenn er so tut, als sei das rein freiwillig, wenn ich ihn weiterhin als Meister behalten will, müsste ich auch Dinge tun, die ich eigentlich nicht will.
Dieser Sadist!
Nur, um seinen Machttrieb zu befriedigen, hat er mich zum einkaufen geschickt: Eine rosa Handtasche sollte ich mir kaufen.
Und dabei gibt es nichts, was ich mehr hasse, abgesehen von gebratenen Quallen zum Frühstück. Und mit dieser rosa Tasche musste ich mich auch noch in der Öffentlichkeit zeigen - das ist doch gemein!
Roman meint eben, mich an meine Grenzen führen zu müssen.
Das Päckchen mit den "Orgasmuskugeln" war ja noch ganz nett, das ist auch wirklich ein gutes Training, aber rosa Handtasche, Rock ohne Slip und diese echt-Gold-vergoldeten Orgasmus-Kügelchen - so klein sind die aber gar nicht - und das auch noch im Supermarkt: Dazu gehört schon eine Menge Demut, meinte auch mein Herr, und die könne sich dann auch in Stolz, gehorsamer, wesentlich folgsamer als der Durchnitt zu sein, umwandeln.
Kontrolle sollte auch sein, und deshalb musste ich ein Foto von diesem Begrüßungsmonitor, der im Supermarkt immer für die Gesichtserkennung gebraucht wird, mit mir im Laden also, machen und ihm schicken. So viel Gehorsam macht mir so schnell keine nach!
Damit ich aber nicht zu stolz werde, hat er von mir außerdem noch diese Schmachtbriefe verlangt; eine vertrackte Sache: Das schreiben und sich innerlich davon distanzieren geht nur zum Teil, und so hab ich das Gefühl, dass diese Texte, mit denen ich meine Unterordnung beweisen soll, auf mein eigenes Denken zurückwirken. „Ja, Meister, ich brauche Dich, Deine gestrenge Hand, Deine Kontrolle, Deine Fürsorge“ – und so weiter. 800 Worte, täglich…
Eigentlich hätte ich das ja nie für möglich gehalten, und inzwischen gebe ich ihm bereitwillig Auskunft, welche "Quälereien", Fesselungen, Demüti****en ich mir vorstellen kann.
Er meint ja, so eine Fernerziehung wäre heutzutage ganz normal und auch eine gute Vorbereitung für ein reales Treffen, und wenn ich immer brav meine Aufgaben erledige, könnte er vielleicht bald über die Möglichkeit eines realen Treffens nachdenken.
Das soll er mal machen, ich denke auch drüber nach. Und, in was für eine Situation ich mich da begeben habe. Früher hätte ich das jedenfalls nie akzeptieren können, mich so einem Kerl auszuliefern - noch dazu einem, für den ich nur die Zweitgeliebte bin.