Liebe Freundinnen,
es gibt da so eine Seite im Liebesleben, die Ihr vielleicht kennen solltet:
Erotomanie [griechisch] die, Liebeswahn, Zustand, bei dem sich Betroffene grundlos einbilden, von einer unbeteiligten Person geliebt oder sexuell begehrt zu werden.
Und erwartet bitte nicht, dass ich Euch jetzt alles zu "Erotomanie" kompakt und in fünf Sätzen erkläre, denn immerhin hab' ich Euch schon mal einen Lesevorschlag herausgesucht:
"Anhand authentischer Unterlagen einer psychotherapeutischen Behandlung wird - trotz des negativen Ausgangs derselben - in allgemeinverständlicher Form ein neuer Zugang zu Theorie und Praxis von Liebe und Begehren entwickelt."
Einen ein neuen Zugang zu Theorie und Praxis von Liebe und Begehren - suchen wir den nicht alle, oder hab' ich bloß das Gefühl, das sei so, weil wir hier kaum ein anderes Thema außer Sex und Erotik haben?
Ich finde ja, das mit der "Erotomanie" ist ein ziemlicher Balanceakt: Schließlich ist die "normale" Verliebtheit ja nichts krankhaftes, und zumindest die Hoffnung, die geliebte Person liebe einen auch, gehört doch dazu. Im Allgemeinen relativiert sich das ja im Laufe der Zeit, und kein Honeymoon dauert ewig.
Dass auch ein Fachbuchautor wie der Herr Riederer keine schlüssige Erklärung hat, gesteht er ja schon mit seinem Bucheinband ein: Liebe und Urknall. Prima, kann ich da nur sagen: "Beides können nur Genies verstehen".
Jedenfalls, als ich neulich einen Vortrag für unser feministisches Zentrum ausgearbeitet hab, der die Überschrift "Anorexie und Sexualität - Sucht, Thinspiration und Entwicklungsstörung" hat, hab ich das dem Roman mal mitgeteilt: "Ich beschäftige mich jetzt mal mit den Dünnen".
Daraufhin hat er gefragt:
Und woran, was meinst Du, soll ich, wenn ich diese Mitteilung gelesen habe, denken, oder muss ich?
Merkwürdige Frage, dachte ich, aber er fragt noch einmal nach:
"Und was macht das mit mir?"
Roman wollte mir dann noch erklären, dass ich fast gemein sei, und es hat echt gedauert, bis er mal erklärt hat, was er gemeint hatte:
Ach, das ist aber peinlich; weil Du doch geschrieben hast, Du wollest schauen, ob mit dem dünnen, inspirierenden was geht, und ich hatte gerade Deine Seite noch mal aufgemacht, auf der ja das Bild von so einem *** ist, hab ich da wohl was falsch verstanden oder verwechselt ;-)))
Na ja, da siehst Du es - ich leide an Erotomanie...
Ich konnte ihn dann noch trösten und hab ihm gesagt: "Erotomanie - wenn's nicht so sehr ist, ist's doch nicht schlimm". Oder, liebe LeserInnen, wie seht Ihr das? Irgendwie ist das doch auch süß, wenn die Kerls nur an das Eine denken und für Frau fast alles machen würden, was Frau von ihnen wünscht...
Vorherige Geschichte:
Sex, überdosiert
Fortsetzung: Demütigung, professionell und privat