Liebe Freundinnen,
Männer sind doch Jammerlappen, auf breiter Front. Da haben sie Bedenken, Wehwechen, Einwände, Zweifel, wollen bemuttert werden und zeigen keine Eigeninitiative.
Ein schwaches Bild liefert auch der Roman ab: Er meint doch tatsächlich, er könnte die CD nicht machen: „Wenn jemand meine Stimme wiedererkennt – nicht auszudenken.“
Dabei haben wir noch gar nicht festgelegt, welche Texte darauf enthalten sein sollen. Und außerdem: Der Erotik-Sektor ist doch im Audio-Bereich so verschwindend klein, das erreicht doch sicherlich nur ein kleines Publikum. Er soll ja auch nur Texte lesen, die für Frauen interessant sind, und von daher muss er doch auch keine Angst vor negativen Folgen haben.
Wäre also unter Umständen zu überlegen, ob wir den Untertitel „Gelesen von Roman“ beibehalten können, wenn ein anderer Sprecher zum Einsatz kommt – da muss ich noch den Chef fragen, was der meint.
Inhaltlich könnte ich mir vorstellen, dass wir ein paar ältere Texte nehmen – die sind dann auch frei vom Copyright – und ein paar neuere. Das müssten dann aber solche sein, für die unser Verlag das Copyright besitz oder erwirbt. Schwierig…
Andererseits: Ein paar Ideen hab ich ja schon.
Wenn wir davon ausgehen, dass es darum geht, ihn zu vermarkten: Da liegt es doch nahe, die CD so anzulegen, dass er sich als „Vorleser on demand“ vorstellt, mit ein paar Texten, die seinen Service herausstellen, und verdeutlichen, um was es geht. Vielleicht auch – in einem eher fiktiven Bereich – über das reine Vorlesen hinausgehend; mal sehen, was sich da ergibt. Meinen Text „Trance Telefonsex Ekstase“ könnte ich auch ganz einfach umschreiben, so dass er die Story aus seiner Perspektive schildert. Oder seine Schmachtbriefe? Die hab ich bisher nur gelesen – weiß ja nicht, wie sich das anhört, wenn er das spricht. Er müsste das halt irgendwie authentisch rüberbringen; vielleicht gebt Ihr, liebe Freundinnen, mir mal ein bisschen Feedback, was Ihr da an Wünschen hättet. Dass so eine „Schmachtnummer“ natürlich nur ein winziges Marktsegment betrifft, ist mir ja klar – aber vielleicht ist das ja größer, als frau zunächst denkt. Und vielleicht – ich denke da an die Feststellung, dass die Männer heutzutage in der Mehrzahl jämmerliche Jammerlappen sind – fühlt die eine oder andere Zuhörerin sich ja durch so eine Sequenz bestätigt, wenn sie sich also in Ruhe einmal anhören kann, wie das mit so einem devoten Wesen ist. Ich glaube natürlich nicht, dass auch nur eine einzige Freundin so einen Kerl auf Dauer als Partner haben wollte, aber nur mal so, auf Zeit, das könnte schon reizvoll sein.
Das könnte vielleicht gehen: Einerseits liest er – ganz allgemein sozusagen – einen Querschnitt durch die erotische Literatur, andererseits machen wir ein paar Tracks, auf denen er sich als Leseratte darstellt oder vorstellt, und dann schaun wir mal, was sich daraus ergibt.
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Traumtyp und Traumfrau
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Romans "literarischer" Erguss