
Liebe Freundinnen,
wenn der boy-friend einmal nicht so richtig will, bockig wird und zu protestieren anfängt - zum Beispiel meint, er wolle nicht mehr einseitig für das Vergnügen seiner Lady zuständig sein, sondern jetzt auch einmal seinen Spaß haben und verwöhnt werden: Das sollte uns nicht beunruhigen, denn das kann eine ganz normale und auch gesunde Reaktion sein.
So etwas kommt ganz klar von den Leitbildern, die in den Medien und am Stammtisch verbreitet werden, und wir können die Jungs ja nicht von der Welt fernhalten und isolieren, nur damit sie sich nicht anstecken.
Damit habe ich ja auch schon verraten, als was wir solche Äußerungen zu verstehen haben:
Eine hoffentlich vorübergehende Infektion, auf die der arme Kerl in der Krise mit Kopfweh, Fieber und Unwohlsein reagiert.
Roman hatte das Problem kürzlich auch, und es hatte ihn drei Tage lang erwischt, an denen er nicht in der Lage war, seinen Aufgaben nachzukommen.
Ich habe mich also verständnisvoll gezeigt und ihm gesagt, er müsse ja auch nicht unbedingt vorlesen, aber – das wisse er ja auch, ich habe einfach kein Talent dafür. In der Situation fordernd zu erscheinen, wäre wohl grundfalsch gewesen, da ist es besser, ihm einmal die lange Leine zu lassen und ihm bei Gelegenheit ein Leckerli zu versprechen.
Oder mal ein Lob aussprechen. Klar, Frau kann sich auch mal ganz weiblich und weich geben, und gestehen, wie sehr sie seine „Streicheleinheiten“ schätzt – in unserem Falle die verbalen. Und dann ist es nicht falsch, ihm vorsichtig aufzuzeigen, dass doch gerade darin seine Chance liegt:
Der Person des Vertrauens gegenüber sich so zeigen zu dürfen, wie er ist, mit seinen Wünschen und Eigenarten (und hier bloss nicht sagen: „eigenartigen Wünschen“) wirkliches Verständnis zu finden.
Ich glaube, das hat seinen Nerv getroffen; das mit dem sich zeigen dürfen hat er jedenfalls wörtlich genommen und einen ellenlangen Schmachtbrief geschrieben. Doch, war ganz nett, auch, dass er ihn mit viel Gefühl in der Stimme vorgetragen hat. Schon eigenartig, wie der Akt des Schreibens in Vorfreude ausarten kann; er muss das genossen haben, aber warum auch nicht.
Ich weiß gar nicht mehr, was er alles geschrieben hat; stellenweise war mir das auch zu kompliziert: Den Unterschied zwischen „Herrin“ und Gebieterin“ find' ich persönlich eher unwichtig, so lange er sich freiwillig unterordnen kann, aber von mir aus soll er ruhig mal ein bissl philosophieren. Klar, dass ich ihm das nicht so deutlich sage…
Als er dann mit seinem literarischen Erguss fertig war, war ihm richtig peinlich, dass er nichts mehr zu sagen hatte.
Was er denn jetzt noch für mich tun könnte, wollte er wissen – das war etwas schwierig zu vermitteln, aber dann hat er es noch kapiert, dass man auch einfach mal zusammen schweigen kann. Ich hab' ihn einfach mal machen lassen; Roman schwieg und atmete schwer – und dann hatte er auch noch seinen Lichtblick und war ganz arg dankbar für meine verständnisvolle Art.
Ich finde ja, dass er nicht übertrieben loyal ist, ganz angenehm. So 150% ig angepasst – das fänd' ich übertrieben. Aber so konnte ich ihm auch ganz ruhig mitteilen, dass mir das Ganze auch durchaus Spass gemacht hat, ganz diskret, aber er hat es verstanden, und sich auch noch mal ausdrücklich für mein Vertrauen in ihn bedankt. Na ja, so soll es ja auch sein.
vorheriger Beitrag:
***
Mein Plan, ihn zu managen
Fortsetzung:
sexuelle Hörigkeit und Abhängigkeit