
"Wie zwei ungleiche Stiere schlecht vor einen Pflug passen, so wird von einem bedeutenden Gatten die schwächere Frau unterdrückt. Nicht eine Ehre, sondern eine Last ist für den, der sie erträgt, diese schädliche Pracht; wenn du mit einer verheiratet sein willst, die zu dir passt, heirate eine, die dir gleicht. Mein Mann ist dauernd abwesend, er ist mir als als Gast besser bekannt denn als Ehemann; Monster und schreckliche Tiere verfolgt er."
Liebe Freundinnen,
Die Freuden des Zuhörens bei erotischen Texten, so wie ich sie beschrieben hatte, reichen dem Herrn Vorleser nicht.
Ich hatte das geahnt, und er schreibt mir tatsächlich:
"Was die Faszination des Zuhörens ausmacht - soweit es fertige Texte betrifft - hast Du ja schon geschildert. Aber nicht, was Du von mir hören möchtest."
Komische Situation, das. Es gibt doch tatsächlich Männer, die sich von frau sagen lassen wollen, was sie sagen sollen.
Klingt ungewöhnlich. Hm, ich mache dann mal eine Liste. Vielleicht sollte
ich das auch mehr nur als Spiel, als harmlose Unterhaltung ansehen - was ist schon dabei?
Nö, ich weiß noch nicht. Vielleicht mach ich auch aus Roman eine Ramona, nur so, das hat es ja schon immer gegeben, sogar Herakles ist mal in Frauenkleidern herumgelaufen, bei Omphale, nicht Opheliia, die hatte ihn wohl günstig auf dem Sklavenmarkt bekommen. Mal sehen, ob er mitspielt: Dann werd ich eben vorübergehend zur Sklavenhalterin - ohne sexuelle Absichten.
Vielleicht versteht er dann auch, wie eine schmachtende Frau leidet.
Und, was ich hören will, das werde ich ihm doch nicht vorher sagen - wo
bleibt denn da die Überraschung?
Jetzt hab ich ihm jedenfalls geschrieben, ich wünsche mir eine Art Live-Reportage: Er darf frei improvisieren, etwas nettes machen, und dabei davon berichten, wobei ich den "groben Rahmen" vorgeben werde.
Wir machen dann vielleicht so eine Art Frage-Antwort-Spiel: Hauptsache, er stimmt mir dann immer zu, bei Fragen, die mit "Meinst Du nicht auch..." beginnen.
Oder "..., Du solltest jetzt...", oder "Und was, meinst Du, wäre bei so einer Verfehlung die angemessene Strafe?"