Wenn Frau mal Abstand braucht zu einem Typ, der sie verehrt
ihr kennt das ja auch - eine Beziehung wird im Lauf der Zeit weniger prickelnd, und wenn sie abgestanden schmeckt, fade - na, was dann wohl?
Es gilt also, zu handeln, bevor dieser Moment kommt, und bei Roman ist es nicht anders als mit allen Anderen - nur, von dem will ich noch etwas bestimmtes hören. Das muss er aber nicht wissen, und noch ist die Zeit dafür nicht gekommen. Noch kann er denken, mein Interesse an ihm sei abgekühlt, und er sollte sich von mir aus mal etwas überlegen, um mich umzustimmen.
Ich hab' das ja im Gefühl, dass er meine Anrufe, bei denen er mir vorlesen durfte, schmerzlich vermisst, und ich finde, er könnte mich ja bitten, mir eine Geschichte vortragen zu dürfen. Gut, auch etwas literarisch-erotisches, meinetwegen. Zur Einstimmung.
Aber es gibt da einen Punkt, wo ich gar nicht zufrieden mit ihm bin: Neulich hatte ich ihm nämlich die Stichworte, ein paar Eckunkte für meine Wunschgeschichte genannt, und nichts ist passiert...
Das ist genaugenommen Gehorsamsverweigerung. Oder mein Geschichtenerzähler hat Hemmungen? Ich hab mal gehört, wenn man eine Geschichte schreibt, identifiziert man sich, ob man will oder nicht, mit dem Charakter, den man beschreibt. Das ist doch eigentlich genau das, was mein dienstbarer Vorleser braucht!
Und, für alle Fälle, doch auch eine schöne mentale Übung. Tja, das werd' ich ihm nicht ersparen, und er wird mich bitten, ihm seinen "erotischen Text" vortragen zu dürfen. Und zwar so, dass "Halsband, Sofa, Leine und Stiefel" sinnvoll verwendet werden. Unter "sinnvoll" ist hier natürlich zu verstehen, dass ich auf dem Sofa sitze und er sich, in welchen Haltungen auch immer, davor befindet.
Im Klartext: Er darf mir eine Vorstellung liefern, und mir dann orale Vergnügungen bereiten.
Und weil ich keine sado-maso-Geschichte will, werde ich in der Stor ihn belohnen, wenn ich das für angebracht halte. Zum Beispiel mit selbstgebackenen Plätzchen, die natürlich er backt, unter meiner kritischen Aufsicht und Anleitung. Und er wird das Bitten lernen müssen, und das "Danke, Herrin", und, wenn ich sehr nett bin, auch das Betteln.
Vorherige Folge: ***
Alles über die Ejakulation
Fortsetzuung:
Herrin ist Herrin