Begierde, Vertrauen, Harmonie
Liebe Freundinnen,
"Was ist in einer Beziehung wichtiger- den Anderen zu begehren oder begehrt zu werden?"
Mit solchen Klein-Lieschen Fragen muss ich mich alltäglich abgeben und soll dann eine passende Antwort finden. Dabei ist das eine Frage, die in die jeweilige Beziehung gehört, seien die Partner jetzt liiert oder nicht - und da gibt es keine allgemeingültige Antwort.
Klar, als „Begehrte“ habe ich nicht das Risiko, einen Korb zu bekommen, muss aber die Gelüste des Mannes (oder auch der Frau) handeln. Der darf dann vielleicht etwas schmeichelhaftes sagen, oder etwas begehrliches – je nach dem. Und dann kann es passieren, dass die Situation kippt, und die begehrte Frau bekommt selbst Lust – auf den, der da begehrt, oder ersatzweise einen Anderen.

Das Spiel hat eben viele Facetten; ein bisschen Schmachten ist noch ganz schön; es sind aber schon manche verschmachtet, und andere haben Prinzipien aufgestellt und scheinen nichts und niemanden, nicht mal sich selbst, zu begehren. Ausgewogen ist das dann aber nicht.
Es ist ja auch nicht jede Anziehung eine Frage der Begierde, das wäre übertrieben, und das ist nicht leistbar.
Dass die weibliche Begierde gleichmäßiger ist als die männliche, ist ja allgemein bekannt. Aber auch ein Macker, der nachweislich ganz unbegehrlich ist, hat durchaus sein Potential - das hatten wir ja schon in der letzten Folge. Es geht also gar nicht unbedingt darum, dass Frau sich dem Niveau der männlichen Begierde anpasst, und vor allem darf sie nicht denken, sie müsste warten, bis er sich wieder begehrlich zeigt; Frau hat ihren eigenen Wert, der von der kurzfristigen männlichen Begierde nicht abhängt, und sie hat viele Möglichkeiten, diese zu steuern und zu lenken, in die eine oder in die andere Richtung.
Im Allgemeinen wird aber die Frage, ob noch Milch für den Kaffee im Haushalt ist, häufiger gestellt als die Frage nach der jeweiligen Begierde – ob das Sorglosigkeit ist oder mangelndes Vertrauen? Wer will das auch schon entscheiden?
Aber so entstehen harmonische Beziehungen, in denen es unter der Decke der Harmonie gärt, fault und kracht.
Harmonie – kann ich mir ohne Rücksichtnahme überhaupt nicht vorstellen. Und von meinem Macker verlange ich gar nicht, dass er harmonisch ist, aber dass er Rücksicht nimmt. Dann klappt das auch mit dem Ausgleich der Begierden und der Harmonie.