Liebe Freundinnen,
„Männer sind Schweine“ – das war einmal der inoffizielle Leitsatz der historischen Frauenbewegung, und eigentlich sollte man hier die Verschrottungsprämie einsetzen, und nicht für betagte Autos.
Es kommt doch in Wirklichkeit darauf an, was frau aus ihnen macht, aus diesen im Grunde unsicheren, anpassungswilligen Wesen mit all ihrer Schein-Autonomie. Wenn Frau ihnen glaubhaft macht, dass sie, dass Mann sich auf Frau verlassen kann, sind sie gleich im siebten Himmel oder im vermeintlichen Beziehungsparadies.
Ich spüre jedenfalls, dass Romans Zuneigung seit meinem Gehorsambeweis größer geworden ist. Er hat auch mehr Zeit für mich, und seine Vorlese-Sessions waren in letzter Zeit doch recht ergiebig.
Ich sollte das vielleicht gar nicht überbewerten, aber ich wüsste manchmal schon gerne, warum er das macht. Aber, was soll's, ich genieße seine erotischen Gute-Nacht-Geschichten. Manchmal ist es ja auch sehr lustig, wenn er sich mit einer Geschichte vertut, die dann gar nicht mehr erotisch, sondern unfreiwillig komisch ist. Vielleicht will er auch nur mitteilen, was er selbst erregend findet, oder früher gefunden hat.
Dass das Verbotene uns gerade interessiert, und warum wir das "schmutzige" gerade interessant finden, wäre mal eine Frage, die von allgemeinem Interesse ist.
So eine Geschichte, in der eine Frau auf einer Ranch in der Scheune von zwei Brüdern gefickt wird, die sie einvernehmlich befriedigen - das hat schon etwas.
Und das schöne, wenn Frau nur zuhören muss: sie hat die Hände frei. Dadurch wird so eine Sesssion mit erotischen Geschichten auf allen Ebenen zu einem entspannenden Erlebnis, für die Zuhörerin.
Ich denke auch, liebe Freundinnen, dass die Macker eine ganz gute Chance haben, sich in die weibliche Empfindungswelt einzufühlen, wenn sie erotische Geschichten, gern auch mit explizitem Inhalt, laut lesen, besonders wenn sie in der Ich-Form geschrieben sind, aus der Perspektive einer Frau.
Und, was ein guter Vorleser ist, sollte auch in der Lage sein, selbst eine Geschichte zu erfinden.
Das ist ein Beispiel, an dem er seine Kreativität beweisen kann; entweder er findet selbst ein Thema, oder es wird ihm gestellt.
Oder beides, oder er schreibt nur, was er soll. Mal sehen, wie Roman sich anstellt. Er scheint sich Mühe zu geben; und er hat auch eingesehen, dass er sich keinen Gefallen tut, wenn er seine devote Seite unterdrückt.
Und auch in der Beziehung ist es einfach ausgewogener, wenn er auch mal selbst erfährt, wie das ist, so einen Schmachtbrief zu schreiben. Na ja, er übt noch. Vorhin hat er mir getwittert ; "sag mal, geht das: "Lass mich bitte Dein Vorleseknecht sein"“? Das geht natürlich eigentlich nicht, jedenfalls laut Duden.
Ist aber auch egal, er muss ja nicht immer laut lesen, bei manchen Passagen ist es auch ganz schön, wenn er flüstert.