
Liebe Freundinnen,
Was mir an diesen Erotik-CDs mit Hörspielen oder erotischen Texten nicht so wirklich gefällt: Dir liest zwar jemand etwas vor, aber nicht wirklich Dir.
Gut, ein Hörspiel, das ist wie ein Film plu ein bisschen Kopfkino.
Aber wirklches Vorlesen, das muss live sein, ich will einfach nachfragen, wenn ich was nicht verstanden hab und nicht "zurückspulen".
Und die Jungs und Mädels beim Vorlese.Netz haben die Marktlücke erkannt:
Einfach die Servicenummer anrufen und sich zum persönlichen Vorleser, oder der Vorleserin durchstellen lassen.
Zu Roman hab ich so schon eine richtig gute Beziehung aufgebaut, er hat eine schöne, sehr männliche Stimme und ein gutes Repertoire an Texten.
Machmal ist es besser, schon mal per e-mail das gewünschte Thema vorher anzumelden, weil er dann erst noch Literaturrecherchen machen kann.
Gestern hab ich mir einen Sachtext gewünscht über den Abbau von Widerstand und Verdrängung gegenüber sadomasochistischen Tendenzen in alltäglichen Beziehungen. Er hat dann auch tatsächlich zwei - allerdings kurze - Texte gefunden; dadurch war es wenigstens keine einseitige Darstellung, mehr so Pro und Contra, aber insgesamt ein ausgewogenes "Ja, wenn ...".
Ich hatte das Telefon auf Freisprechen geschaltet und, weil ich ja multifunktionale Fähigkeiten habe, beim Zuhören gebadet und mir die Beine rasiert.
Wir haben noch ein bisschen geplaudert, und, wie das so ist, hab ich ihm erzählt, was ich gerade gemacht hatte, wie schön glatt die Beine sind und dass ich dann noch die Schamhaare küzen könnte.
Er meinte dann, wenn ich schon beim rasieren wär, könnt ich die ja auch ganz wegmachen.
Typisch Mann - oder Männertraum: Die rasierte Frau. Mein Vorleser hat vielleicht Angst, sich im Gebüsch zu verirren.
Weils grade so schön war, hab ich ihm noch was vorgeflunkert, nach dem Motto:
"Doch, das ist ganz nett, wenn frau bei solchen Gelegenheiten einen neutralen Gesprächspartner hat. Alleine hätt ich bestimmt wieder gezögert. Du bist nicht nur ein guter Vorleser, sondern auch ein guter Zuhörer, ein sehr überzeugender Mensch."
Es wäre sogar fast so, als würde er zuschauen, aber nicht aufdringlich. Dabei hab ich zur Abwechslung ihm was vorgelesen; ein Skript von Barbara-Sophie - die hatte mal aus Jux und Dollerei ein "Protokoll einer Intim-rasur" erstellt und in unserer Frauengruppe verteilt. Das Protokoll war irrsinnig ausführlich, 10 Seiten, und in der Ich-Form geschrieben.
Roman hat, glaub ich, rote Ohren bekommen.
Dann hab ich mich noch für das nette Gespräch bedankt, und gleich für nächste Woche einen Termin vereinbart. Ach ja, und wenn er will, könnte er zwischendurch auch mal mit mir twittern...